WISSENSWERTES
+ Renaissance
+ Barock
+ Aufklärung
+ Sturm und Drang
+ Klassik
+ Romantik
+ Biedermeier
+ Realismus
+ Moderne
+ Naturalismus
+ Expressionismus
+ Postmoderne

Gedicht Gruppen
Meinrad Lienert
Karl Christoph Nadler
Heinrich Stieglitz
Georg Busse-Palma
Alkäos
Christian Adolph Overbeck
Gustav Sack
Albert Knapp
Karl August Candidus
Natalie von Herder
Friedrich Schiller
Joseph von Eichendorff
Ferdinand Sauter
Ignaz Franz Castelli
Gottlieb Konrad Pfeffel
Richard Dehmel
Theodor Storm
Hugo Grabow
Jakob Michael Reinhold Lenz
Johanna Sophie Dorothea Albrecht

Intern

Anzeigen

Aktuelles

Gedichte


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Clara Müller-Jahnke

Der Friedensbote

(Ein Silvestermärchen.)

Die letzte Nacht des alten Jahres sank
vom Winterhimmel blauschwarz in die Tiefen
und durch die Weiten, die im Dämmer schliefen,
und ... weiterlesen


Anzeigen


Den Ausgesperrten

- Und hundert Tage und noch vielmehr . . .
Der Herd ist kalt und die Lade leer.
Am Fest der Liebe kein Jubelton -
und die Friedensbotschaft ward Hohn, ward Hohn!
Schwer ... weiterlesen


Der 22. Januar

... Und aufwärts schlug aus Schnee und Eis
der Riesenbrand zum Himmelsdom,
und niederwärts rann rot und heiß
das Herzblut in den starren Strom
und ward wie Tau. Und ... weiterlesen


Erinnerung

1.

Das ist der Platz, auf dem ich stand
zum letzten Mal, zum letztem Mal
an deiner Seite Hand in Hand - - -
nun ging ein Wetter übers Land,
die Luft ward ... weiterlesen


Heimweh

1.

Ich fliege mit euch, ihr Winde,
weit in die Welt hinaus
bis unter die grüne Linde
vor meines Vaters Haus.

Ich eile durch Himmelshallen
... weiterlesen


Deutsche Ostern

1895

Wieder weht ein Frühlingshauch
rings aus Busch und Bäumen,
und die wintermüde Welt
liegt in Osterträumen;
doch kein Auferstehungslied
will ... weiterlesen


Nachtwandlerin

Ahnungslos an Abgrunds Rande
wandelst du, vom Tod umhegt -
welche Gottheit hat die Binde
deinen Augen umgelegt?

Ströme brausen dir zu Füßen,
doch dein ... weiterlesen


Ins freie Land

All, was mein heimliches Eiland bot:
Aepfel, wie rinnendes Blut so rot,
Trauben, die gärende Glut im Schoß,
Crysanthemen, wie Sterne groß,
wuchernde Nesseln und ... weiterlesen


Die frommen Jesuiten

Alle Lust der Welt ist eitel,
sündig ist ihr Glanz zu schaun -
tuet in den Klingelbeutel
eure Scherflein, fromme Fraun!
Könnt ihr auch das Brot nicht zahlen,
... weiterlesen


Jahrwende

Am altersgrauen Baum der Zeit
ist eine Blume abgeblüht,
und eine Knospe tut sich auf.

Die Menschheit seufzt in gleicher Fron;
von ihrer müden Stirne fällt
... weiterlesen


Mit leisem Nicken

An einem fernen, fremden Ort
war`s, wo ich all mein Glück verloren;
ich ging, dich suchend, fort und fort
vorbei an festverschlossenen Toren.

Am fernen Horizont ... weiterlesen


Eine Dichterin

An Meeresstrand bist du geboren,
umrauscht von seinem frischen Wind,
erblühtest du, der Welt verloren,
der Freiheit unentwegtes Kind!
Dein Wiegenlied schon sang der ... weiterlesen


Reife

An verstaubten Straßenrändern,
am verblühten Schlehdornhag
durch den reifen Sommertag
wunschlos, wahllos, ziellos schlendern . . .

Sonnentrunkne Falter irren
... weiterlesen


Traum

Auf einen Scharlachteppich schritt ich hin.
Klirrendes Gold zerpreßte meine Glieder -
in Ketten war ich eine Königin.

Vor meinen Blicken schwankte auf und nieder
... weiterlesen


Wiedersehn

Aufblitzen im goldigen Sonnenstrahl
Millionen glitzernder Sterne -
durch schneeige Flächen braust der Zug
herbei aus dämmernder Ferne.

Er keucht und stöhnt - ... weiterlesen


Tiefes Schweigen

Aus dem Schleier lichter Wolken
lächelt matt der Sterne Schein
auf die dunkle Welt hernieder,
auf den totenstillen Hain.

Lautlos ruht das Reh des Waldes,
... weiterlesen


Zur Arbeit

Aus Morgennebeln leuchtet
der frühe rote Tag;
da treibt mich auf vom Lager
ein dumpfer Glockenschlag.
Der ruft aus süßem Traume
zum trauten Heim hinaus
... weiterlesen


Fahr wohl

Aus rastlosem Ringen nach Schein und Schaum
in ewige Ruh gerettet -
fahr wohl, mein schöner Jugendtraum,
sie haben dich sanft gebettet.

Sie haben des Friedens ... weiterlesen


Der Tag der Tat

Aus schweren schwarzen Träumen taucht ein Tag.
Sein Herold ist das rote Morgenleuchten,
sein Lächeln überflutet Haus und Hag.

Er trägt den Hammer in der starken ... weiterlesen


Fabrikausgang

Bleigraue Schatten zittern durch die Luft,
aus hohen Essen quillt ein blauer Duft.
Durch Steingefüge dröhnt der Hämmer Ton,
um Erzgeäst schwirrt dumpf die Transmission,
... weiterlesen


Sonnenwendspuk

Da blitzt aus mitternächtgem Dunkel
ein ferner fahler Schein herauf;
mit Augen, licht wie Sterngefunkel
steht meine Kindheit vor mir auf;
sie grüßt so süß, und ... weiterlesen


Das Märchen meiner Tage

Da geht mir durch den Sinn die alte Sage
von jenem König, dem, was er berührt,
zu Golde ward: - das Märchen meiner Tage.

Als noch mein Geist, der Erdenfesseln frei,
... weiterlesen


Ewige Erkenntnis

Da kamst du, totes Mütterlein,
und sahst mich an mit Liebesblick
und legtest zärtlich deinen Arm
um meine jugendstarke Brust, -
und von den lieben Lippen klang
... weiterlesen


Höllenfahrt

Da ragt der wilde Waxenstein
hoch in der Lüfte zitterndes Blau; -
zur Hölle soll dort der Eingang sein,
so sagte mir eine alte Frau.
Ich bin ihr begegnet im tiefen ... weiterlesen


In dunkler Stunde

Da war`s noch einmal, daß ich fest
an meines Schicksals Sterne glaubte,
bis mir die Welt mit jäher Hand
die letzte Blütenhoffnung raubte.

Ich hab` geirrt, ich ... weiterlesen


Spätsommer am Strand

Da weht von Süd ein sanfter Hauch
aus sonnenlichten Tagen;
die goldbelaubten Aeste dehnt
der Ahorn voll Behagen.
Kein Vogelsang, - kein Blütenduft, -
die weiche, ... weiterlesen


Wir Frauen

Das ist der Mond, der Blüte bringt
und in der Blüte tief die Frucht -
das ist der Mond, der Sonne trinkt
und Lieder jauchzt und Klarheit sucht.
Sie nannten ihn den ... weiterlesen


Woran ich kranke

Das ist`s, woran ich kranke:
Wie fest auch Sinn und Rat -
ach, stets ist der Gedanke
mir größer als die Tat! -

Mag ich in Träumen schauen
mir Söller und ... weiterlesen


Weltflüchtig

Das Mondlicht überfloß den Strand
mit sanftem, süßem Schein;
wir gingen beid im Dünensand
weltflüchtig und allein.

Kein Menschenauge hat gesehn,
wie ... weiterlesen


Stummes Glück

Das war zur schimmernden Maienzeit,
da sang ich Lieder voll Lust und Leid:
des Waldquells Rauschen, der Vögel Singen,
in tönende Reime tät ich`s bringen.

Und ... weiterlesen


Ohne Liebe

Dein Fuß zertrat den Veilchenstrauß,
den eine Kindeshand gewunden,
ins Leben stürmtest du hinaus;
hoch stieg dein Stern, - im eignen Haus
nur hast du nie das Glück ... weiterlesen


Der Zukunft Krone

Dem Mann der Arbeit - und ob er schwingt
die Axt in der nervigen Rechten,
und ob er das Gold aus der Erde ringt
aus des Bergwerks dämmernden Schächten,
ob er lehrt und ... weiterlesen


Den Frauen

Den Frauen einen Frühlingsgruß!
Euch allen, die in Fron und Mühen
ihr dornenreiche Pfade geht,
euch sollen Maienrosen blühen!
Greift lachend in die rote Pracht:
... weiterlesen


Morgen

Der erste rosige Dämmerschein
schwimmt draußen in grauer Luft,
durchs offene Fenster der Frühwind weht
uns würzigen Fliederduft.

Zerronnen ist all im ... weiterlesen


Rangierertod

Der Goldstrom fließt in Wogen.
Durch seine flimmernde Fläche ist
eine blutige Spur gezogen.

Tiefschwarz die Nacht. Ein Pfeifen schrillt.
Glühwürmchen hüpfen ... weiterlesen


International

Der Lenztag blaute über Rom
und blaute auf uns viere,
wir saßen vor St. Peters Dom
bei echtem Münchner Biere.

Wir sahn die Menge stauend stehn
auf ... weiterlesen


Im Novembersturm

Der Sturmwind rast und der Regen schlägt
ans Fenster in schweren Tropfen -
Ich fühl in der tollen Novembernacht
mein Herz wohl hörbar klopfen.

Es schlägt in ... weiterlesen


Sommernachmittag

Der Tag ist schön und blau die Luft;
ein süßer Lindenblütenduft
umfließt mich in weichen Wellen. -
Wie träumend zittert der Rosenstrauch
und seine Knospen ... weiterlesen


Monte Solaro

Des Solaro Königsstirne
decken graue Tränenschleier:
in der klippenreichen Wildnis
spielt ein Weib auf einer Leier.

Ihre blassen Hände beben
wie von ... weiterlesen


Heimkehr

Die Abendglocken tönen
hinaus ins stille Land -
die Weizenfelder glühen
im letzten Sonnenbrand -
es schließen sich die Blüten,
die Lüfte flüstern lind:
... weiterlesen


Der Rufer

Die Blumen im Alleghanytal,
sie duften so süß wie nie zumal,
vom fächelnden Odem der Nacht gewiegt.
Die Welt in den Armen des Schlummers liegt;
nur leise flüstern wie ... weiterlesen


Tannenduft

Die Douglastanne streute ihren Duft
voll herber Würze in die Spätjahrsluft.
Die Düne barg uns vor des Nordsturms Wut -
tief war die Nacht, so tief wie Meeresflut,
wie ... weiterlesen


Die Erde deckt dich zu, ich weiß nicht wo

Die Erde deckt dich zu, ich weiß nicht wo ...
Auf deinem Grabe blühen keine Blumen,
kein Vogel singt ein Wiegenlied für dich;
und dennoch schlummerst du so tief und süß,
... weiterlesen


In Tränen

Die Fliederblüten fallen.
Und wieder ist ein Lenz dahin
mit seinen Träumen allen.

Vom Meere wehr ein sanfter Wind
und singt die Schlummerlieder
den ... weiterlesen


Winternacht

Die lange, lange, dunkle Nacht
hab ich durchwacht,
mit Seufzen und in Tränen
tät sich mein Herz aus öder Qual
dem Sonnenstrahl,
dem Licht entgegensehnen.
... weiterlesen


In Scherben

Die letzte Blume im Gartenbeet,
am Baume das letzte Laub verweht,
des Weines Neige ward trüb und schal -
ein kühner Griff - und es klirrt der Pokal
in Scherben.
... weiterlesen


Landfriedensbruch

Die Zeit ist hart und schwer die Not:
sie kämpften um den Bissen Brot,
sie hielten treu zusammen.
Die Krone schmückt das neue Haus,
doch ihnen blies der Nordwind aus
... weiterlesen


Friedhofszauber

Dieser stille Gottesacker,
dieses grüne Totenfeld,
wie es wieder mich im Banne
seines tiefen Friedens hält!

Unter diesen Bäumen träumt ich
einst mein ... weiterlesen


Der goldene Schlüssel

Dir, -
dem goldenen Schlüssel
zum sonnigen Lande der Freiheit,
dir sing ich.

Irgendwo, irgendwo in der Welt,
- in Orangenwäldern vielleicht,
wo der ... weiterlesen


Margarete

Dornige Wege
bin ich gewandelt,
blutende Wunden
trag ich im Herzen,
lichtlose Tiefen
hab ich durchmessen . . . .
In Wogen des Schmerzes,
im Abgrund ... weiterlesen


O sei gesegnet

Du bist nicht falsch, wie alle noch,
die mir auf schmalem Pfad begegnet,
um deine Stirn weht Gotteshauch,
ein Geist des Lichts, - o sei gesegnet!

O sei gesegnet ... weiterlesen


Wandlung

Du steinerne Stufe am grauen Haus,
wie sprang ich einst lachend auf dich hinaus!
Barfüßig im Hemde, ein fröhliches Kind -
und die Pappeln rauschten im Juniwind.

... weiterlesen


Sonnenandacht

Du tauchst empor aus Tau und Tag,
du wandelst über Hain und Hag,
du liebe, leuchtende Sonne!
Du gibst dem Mai den Blütenschein
und schenkst dem Herbst den Feuerwein
... weiterlesen


Krankenwacht

Dumpfe Stille braut und braut
rings im Haus, - zuweilen nur
leiser Stundenschlag der Uhr
und ein geisterhafter Laut
wie ein banges, tiefes Stöhnen . . .

... weiterlesen


Der heilige Lenz

Durch Alltagslärm und Fabrikenstaub
leuchtet ein Tag voll Licht und Laub.

Leuchtet ein einziger Tag im Jahr:
rote Rosen im blonden Haar.

In Wanderschuhen, ... weiterlesen


Wetterleuchten

Durch die dichtverhüllten Fenster dringt
noch der letzten Blitze mattes Leuchten, -
und die Stunde naht auf regenfeuchten
Sohlen, die dich wieder zu mir bringt.

... weiterlesen


Südwärts

Durch die nordische Winternacht
auf harten, hallenden Schienenwegen
fahr ich südlicher Knospenpracht
fahr ich italischem Lenz entgegen.

Tief und tiefer ins Land ... weiterlesen


Herbstwind

Durch fahlbelaubte Bäume
mit müdem Ton der Herbstwind singt;
die sehnsuchtsbange Weise klingt
des Nachts in meine Träume.

Ach, alle Blumendüfte,
das ... weiterlesen


In der Not

Durch knorrige Fichten pfiff der Sturm,
der Himmel war wie lauter Blut.
Aus gierigen weißen Wogen griff
mit Flammenarmen die Abendglut.

Und der Sturmball stieg am ... weiterlesen


Heilige Nacht

Eh der Stern von Bethlehem
noch im dunklen Tal erschienen,
lösten, Sklaven zu bedienen,
Fürsten schon ihr Diadem;
ahnend eine höhre Macht,
grüßten sie die ... weiterlesen


Santa Madonna di Capri

Ein grauer Nebel flattert durch die Luft,
auf Schattenarmen trägt er Myrtenduft,
und allen Wohlgeruch der Inselau
streut er zu Füßen unsrer lieben Frau
Santa Madonna di ... weiterlesen


Ein Wunsch

Ein Häuschen wünscht ich mir, versteckt und klein,
auf dessen Sims sein Lied der Vogel singt,
an dessen reb`umsponnen Fensterkreuz
der letzte Ton der lauten Welt verklingt.
... weiterlesen


Weihe-Nacht

Ein leises Rauschen durch die Tannenzweige -
des kurzen Tages Zwielicht geht zur Neige.

Im Westen glimmt ein matter Rosenstreif,
auf stille Fluren fällt der weiße ... weiterlesen


Morgenandacht

Ein scheues Ahnen, das sein Haupt verhüllt,
ein tiefes Sehnen, das sich nie erfüllt,
ein blasser Mondstrahl der verträumten Nacht,
so irrt dein Bild durch diese ... weiterlesen


Sommernachtszauber

Einsam in der Julinacht bin ich träumend heimgegangen;
schmeichelnd hielt Resedenduft meine Sinne süß umfangen.
Durch die Lindenzweige ging flüsternd ein geheimes Sehnen,
von ... weiterlesen


Silvesterklänge

Eisnebel drängen vom grauen Meer
gespenstisch über die Dünen her

und hüllen in frühen Dämmerschein
die schneelichtleuchtenden Weiten ein

und ziehen ... weiterlesen


Sonnenwende

Es fiel ein Blütenregen
herab auf Wald und Feld,
ein Netz von Sonnenstrahlen
umspinnt die grüne Welt;
das flammt und blüht und duftet
und höhnt den ... weiterlesen


Feierstunde

Ferne Kirchenglocken klingen,
Sonntagsstille deckt die Runde . . .
meine Stirn mit Taubenschwingen
streift der Geist der Feierstunde.

Fern den wechselnden ... weiterlesen


Nach Sibirien

Flockengetriebe und Wolkenflug -
durch trostlose Steppen ein trostloser Zug.

Zerfurchte Gesichter in düsterer Reih`,
verfolgt von der hungrigen Geier Geschrei.
... weiterlesen


Im Vorort

Frühwinternacht, Sprühregen stäubt
durch Vorortstraßen, stumm und leer;
ein leises, dumpfes Donnern treibt
der Nachtwind nur vom Bahndamm her.
Durch blätterlose ... weiterlesen


Meerfahrt

Fühlst du die Bretter schwanken?
schon brandet dumpf das Meer -
am Horizonte lagern
die Wolken schwül und schwer . . .

Ha, Wogen und Blitz und Stürme!
... weiterlesen


Kreuzweg der Liebe

Ganz leise gehst du nächtens durch mein Zimmer,
ich höre deine Schritte nicht. Ich fühle
nur deines Atems welke Rosenschwüle
und seh von deiner Stirn den fahlen Schimmer
... weiterlesen


Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag
wiederum zur Neige,
und der graue Nebel tropft
durch die kahlen Zweige.

Leise atmend ruht die See,
müde, traumumsponnen . . .
... weiterlesen


Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag
wiederum zur Neige,
und der graue Nebel tropft
durch die kahlen Zweige.

Leise atmend ruht die See,
müde, traumumsponnen...
eine ... weiterlesen


Die Fahrt des Lebens

Goldbeglänzt von Abendglut
träumt das Meer in Frieden;
lieblich tanzen auf der Flut
singende Sylphiden.
Fremdmelodisch klingt ihr Wort,
lockend ihre Töne, - - ... weiterlesen


Spätrot

Goldene Sonne, kaum gesunken,
wolkenüberschattet Glück,
zauberst du in Spätrotfunken
einen schöneren Tag zurück?

Holde Jugend, kehrst du wieder? -
... weiterlesen


Des Blinden Weihnachtsabend

Halt meine Hand, ich führ dich gut.
Ich führe dich auf dunklen Wegen
dem Licht entgegen.
Ich führe dich durch dreißig Jahr -
und heut, wie seltsam wunderbar
... weiterlesen


Wanderrast

Hier laß uns ruhn; der Tag ist schwül
und weit der Weg, mein Kind.
Hier winkt ein Zeltdach schattig kühl,
ein Sammetpfühl -
und leise singt der Wind.

... weiterlesen


Genug der Qualen!

Ich ging mit dir durch alles Elends Tiefen,
geknechtet Volk, durch einen Pfuhl der Schmach;
die Stimmen hört` ich, die nach Freiheit riefen,
und meine Seele hallte zitternd ... weiterlesen


Flug

Ich gürte dich, mein Flügelroß:
wir fliegen weit ins Land hinein
nach einem fernen Märchenschloß,
das dämmert weiß im Mondenschein.

Um seine Zinnen windet ... weiterlesen


Ihm

Ich hab mich dir so ganz ergeben
und bin mit Leib und Seele dein,
du meines Lebens wahres Leben,
du meines Daseins tiefstes Sein!

Wie sich der Mond sein mild ... weiterlesen


Irrlicht

Ich hab mich lange Zeit gesträubt
und wollt es nie und nie verstehen,
was ich im Leuchten deines Blicks,
im Zucken deines Munds gesehen.

Es war in tiefer ... weiterlesen


Freiluft

Ich knie an deinem Lager
zertretner Proletar;
dein Antlitz, fahl und hager,
stell ich den Sternen dar.
Freiluft in deine Stuben - - -
geh lachend in den Tod:
... weiterlesen


Frieden

Ich möchte still durch einen Tannenwald
mit dir im roten Abendfrieden schreiten,
wenn ganz von fern das Aveläuten hallt
und lichtgesättigt sich die Zweige breiten.

... weiterlesen


Das Weib

Ich sah das Weib, wie tiefer Sehnsucht voll
es auf den dürren dornenbewehrten Äckern
nach Paradiesen suchte, - sah das Weib,
von dunklem Fluch gehetzt,
mit blutenden ... weiterlesen


Flimmernde Tiefen

Ich schau durch die schimmernden Wasser
in die flimmernden Tiefen hinein:
da schläft eine tote Hexe
auf einem grünen Flutgestein.

Noch liegt die lächelnde ... weiterlesen


Für heut

Ich will dir keine Freude rauben
und binde dich mit keiner Pflicht;
ich baue nicht auf Treu und Glauben,
ein festes Wort begehr ich nicht!
Für all die Liebe laß mich ... weiterlesen


Heilige Stille

Im dämmernden Tale,
da wallen und wogen,
die weiten Gefilde
allmählich verhüllend
mit bläulichem Duft,
die Spitzen der Berge,
der fernen, ... weiterlesen


Der Heiland

Im Prunkschloß nicht, in goldner Königshalle:
in enger Krippe und im niedern Stalle
ist einst der Strom des ewigen Lichts entsprungen,
der Lebenschöre Vollakkord erklungen.
... weiterlesen


Träume nur, Seele ...

In den verdämmernden Herbsttag hinein
zauberst du lachenden Sonnenschein,
und aus der Blätter vergilbendem Flor
blühen dir duftige Veilchen empor,
träumende Seele -
... weiterlesen


Tote Blumen

In des Hofes Sterbewinkel,
schräg vom Dachfirst überhangen,
liegt auf Scherben Schutt und Kehricht
- tief das Haupt in Staub gepreßt -
eine tote Sonnenblume.

... weiterlesen


Wintersaat

In des Kornfelds kahl Gebreite
tiefe Furchen reißt der Pflug.
Weißer Nebel hüllt die Weite,
hüllt den Wald in Schleiertuch.

Nur der Landmann noch beim Säen
... weiterlesen


Ein Lebensabschnitt

In die weitoffenen Bogenfenster
des Konsulats zu Napoli
sang der Golf.
Maisonnenbrand
glühte drüben
auf den Dächern der Straße
und tauchte in flackernden ... weiterlesen


Liebe

In kindlicher Seele
erdämmert die Liebe,
wie Grünes der Erde
im Frühling entkeimt.

Im Herzen der Jungfrau
da knospet die Liebe,
von künftiger ... weiterlesen


Still

In Waldes Dunkel, an Baches Borden,
die jubelnden Sänger sind still geworden.
Und mir auch erging es wundersam: -
Als meinem Leben der Sommer kam
und die Rosendüfte mein ... weiterlesen


Zur Osterzeit

Ist das ein Ostern! - Schnee und Eis
hielt noch die Erde fest umfangen;
frostschauernd sind am Weidenreis
die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den ... weiterlesen


Kein Glück

Kein Glück! So hat die Alte mir
mit fahlem Lächeln prophezeit,
wer in der Liebe Spuren geht,
des Weggenoß heißt Herzeleid.

Kein Glück! Ich ging durch Klamm ... weiterlesen


Thyrrenische Nacht

Küsse mich, du! Der Himmel blüht
wie lauter Granaten und Rosen.
Flugfeuer von Lippe zu Lippe sprüht,
und der Berg der ewigen Gluten glüht -
die Tiefen kochen und ... weiterlesen


Herbstakkorde

Laublose Aeste
strecken die Bäume
wie flehend erhobene
Hände gen Himmel,
und wo ich schreite:

zu meinen Füßen
ein dürres Rascheln,
als ... weiterlesen


Lied

Laß ab mit deinen Blicken -
nicht können sie fortan
mich fester noch umstricken,
als sie es schon getan.

Laß ab mit deinen Worten,
die schmeichelnd mich ... weiterlesen


Nirwana

Laß fließen alle Wunden!
Erst wenn dein Blut zu ebben kommt,
wirst du gesunden.

O Wonne, so zu geben,
was dir aus tiefster Seele quillt:
dein starkes, ... weiterlesen


Nachtlied

Liebling, laß mich schlafen gehen,
laß mich ruhn an deiner Seite!
Du mein seliges Geschick!
Hohe blasse Träume stehen
uns zu Häupten. In die Weite,
in die ... weiterlesen


Ehe

Lächelnd, - ob sie auch verblasse,
unsres Capri Rosenzier, -
durch den Alltagsstaub der Gasse
geh ich Hand in Hand mit dir.

Hart dein Schritt an meiner Seite,
... weiterlesen


Das ist der Schatten

Magst du mich ganz in deine Flammen hüllen
und mag das Blut, das deinen Leib durchmißt,
mein Herz durchpulsen, meine Adern füllen -
es bleibt ein Rest, ein Rest, der du nicht ... weiterlesen


Das ist der Schatten

Magst du mich ganz in deine Flammen hüllen
und mag das Blut, das deinen Leib durchmißt,
mein Herz durchpulsen, meine Adern füllen -
es bleibt ein Rest, ein Rest, der du nicht ... weiterlesen


Spinnlein

Maiblumen pflückt ich mir einen Strauß
und brachte ihn abends mit nach Haus

und stellte ihn in ein Wasserglas
auf den Schreibtisch neben mein Tintenfaß -

... weiterlesen


Lavasturz

Mein Herz ist wie die Märchenstadt,
drin Lachen und Lust erklungen,
bis donnernden Grimms die Lavaglut
ihr Totenlied gesungen.

Da sank dem Zecher der ... weiterlesen


Reifes Glück

Meine Blütenjahre sind
ungenutzt dahingeflossen;
denn das Glück hielt seine Pforten
neidisch vor mir zugeschlossen.

Lachend schaut es durch den Spalt,
nun ... weiterlesen


Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich ein;
schimmernde Marienfäden
sollen ihre Häscher sein.

Ihre Schlingen fühlst du kaum.
Eine rote Märtyrkrone
brech ich dir vom ... weiterlesen


Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich ein;
schimmernde Marienfäden
sollen ihre Häscher sein.

Ihre Schlingen fühlst du kaum.
Eine rote Märtyrkrone
brech ich dir vom ... weiterlesen


Mich lockt deine Stimme

Mich ruft deine Stimme aus Nacht und Not,
aus der Tiefe, darin die Flamme loht, -
sie gellt hinauf in den schimmernden Saal;
bleich werden die Gäste beim Hochzeitsmahl.
... weiterlesen


Glut

Mit roten Kressen hatt` ich mich geschmückt -
du hast sie jäh an deiner Brust zerdrückt.

Mit bleichen Wangen bot ich dir den Gruß -
in Flammenwogen tauchte sie dein ... weiterlesen


Mutter Erde

Mitternächtges Dunkel spinnt
um die Welt ein heimlich Träumen;
leise singt der Frühlingswind
in den knospenschweren Bäumen.

Fern noch einer Lampe Schein,
... weiterlesen


Stille

Napoli, 10. Mai.

Die tiefen schwarzen Fluten
waren im Meer verrauscht -
und alle Stürme ruhten.

Im roten Abendscheine
leuchteten längs dem ... weiterlesen


Suleika

Nicht im Rosenschmuck der Jugend
fand ich dich und liebt ich dich,
grau schon ringelten die Locken
um der Stirne Weisheit sich,
doch in deinem Kusse lodert
... weiterlesen


Weiterleben

Nicht, daß du ihm ein prächtig Denkmal baust,
mit tausend Tränen seine Gruft betaust,
und heimlich hoffst, daß euch der Tod vereint,
nicht dadurch ehrst du den gestorbnen ... weiterlesen


Empfängnis

Nimm mich fest in deine Arme,
kette mich an deine Brust,
daß mein zitternd Herz erwarme.

Zu dem Eiland, das inmitten
liegt des breiten Stroms der Lust,
... weiterlesen


Dem Proletariat zum neuen Jahre!

Noch breitet ihre dunklen Schwingen
die Nacht auf alle Gassen aus;
des Jahres erste Glocken klingen,
ein Grüßen geht von Haus zu Haus!
versinken soll, was schwach und ... weiterlesen


Verlornes Glück

Noch einmal, eh` am Himmelsrande
der letzte Sonnenblick verglüht,
zieht mich ein Sehnen an die Stätte,
wo meines Lebens Glück geblüht.
Durch hochgewölbte Gänge ... weiterlesen


Frühling am Meer

Nun braust vom Felsen
zum Meeresstrand
auf Wolkenschwingen
der Sturm durchs Land;
am Dünenhange
zerschmilzt der Schnee: -
in Frühlingsjubel
erbraust ... weiterlesen


Gesundung

Nun fiel der Schlag. Nun hast du`s leicht.
Ich hatte dir mit vollen Händen
des Lebens Seligkeit gereicht
und sah kein Ende meiner Spenden.

Und für die Rosen, die ... weiterlesen


Aschermittwoch

Nun fällt der tollen Narrenwelt
das bunte Kleid in Lumpen, -
und klirrend auf den Estrich schellt
der Freude voller Humpen.
Lautkrachend springt ins Schloß das Tor,
... weiterlesen


Die letzte Note

Nun ist die letzte Note
vom alten Lied gesungen,
an der verstaubten Harfe
die letzte Saite ist gesprungen.

Kaum rührt ein Hauch die Lüfte
mit leisem ... weiterlesen


Reifer Herbst

Nun laß den Sturm aus Norden wehn
und herbstlich sich die Fluren färben -
wir glauben nicht an Sterben,
an Sterben und Vergehn!
Uns wirft der früchtereife Baum
... weiterlesen


Ruh dich aus!

Nun laß dich nieder, flüchtige Taube,
du Unruhvolle, halte Rast!
In meines Gartens dunklem Laube
erscheinst du wie ein seltener Gast.
Hier tönen keine Vogellieder,
... weiterlesen


Im Abendschatten

Nun liegt der Reif auf allen Matten,
der letzte fahle Schein erblich,
und traumhaft kommt im Abendschatten
ein Todessehnen über mich.

Ich ließ in dämmergrauer ... weiterlesen


Zuversicht

Nun mag kommen, was da will,
mag die Lust verwehen:
Jedem Unglück halt ich still,
seit ich dich gesehen!
Seit ich dir im Arm geruht,
schreckt mich nicht der Hölle ... weiterlesen


Maiensegen

Nun ruht in weißen Schleiern
die See, umspielt vom West,
und Himmel und Erde feiern
das große Liebesfest.
Da strömt in rinnendem Regen
hernieder Kuß auf ... weiterlesen


Kuh

Nun wird es Friede; nun schweigt einmal
des Lebens Schmerz;
es senkt sich der Mond ins träumende Tal
und in mein Herz;
die Sonne in schimmernden Fluten schwand,
... weiterlesen


Das Lied vom Mai

O du glühende blühende Maienzeit!
Der Himmel so blau und das Herz so weit,
vergessen die Schmerzen und Sorgen -
und was im Finstern begraben lag,
das hebt die Augen und ... weiterlesen


Pfingsten

O du sonnige, wonnige Pfingstenzeit!
Der Himmel ist blau und das Herz so weit,
in der Brust ein freudiges Glühen -
und die Knospe springt und die Hülle fällt;
der Odem ... weiterlesen


O einmal noch!

O einmal noch den Goldpokal
an meine Lippen setzen,
in hast`gem Zug zum letztenmal
mit sprüh`ndem Schaum sie netzen!
O einmal nur in jäher Lust
auflodern und - ... weiterlesen


Versöhnung

O heut vergiß der Stachelreden,
der bösen Zeit, die einstmals war!
Es wob der Herbst die Silberfäden
uns schimmernd schon ins dunkle Haar;
und Stunden kamen bang und ... weiterlesen


O, einen Sturm!

O schilt nicht, daß mein Flug erlahmt,
daß farblos meine Lieder kranken:
mein Herz ward müde, stumpf mein Hirn,
zu stumpf für einen Glutgedanken.

Im öden ... weiterlesen


La Sirena

Olivenbäume am grauen Meer . . .
aus silberschimmernden Schatten her
grüßt, von des scheidenden Tages Glut
rosengekrönt, ein Traum der Flut:
Capri.

Aus ... weiterlesen


Friedhof im Süd

Raschelnde Rosen an Perlendraht,
Badepüppchen im Heiligenstaat,
Gruftkapellchen mit Polstersitzen,
leinene Deckchen mit Häkelspitzen,
Kreuzchen und Bildwerk, Flitter und ... weiterlesen


Mittagstraum

Sengend über den Feldern
brütet die Juliglut,
der Weizen reift im Brande,
und alles Leben ruht.

Kein Grashalm wogt im Winde,
kein Vogel singt im Baum;
... weiterlesen


Die Arbeit

Sie ist im Stall geboren.
Der tierische Schrei der Not
schlug gell in ihre Ohren,
der Schrei nach Dach und Brot.

Sie trat aus enger Kammer
in eine sinkende ... weiterlesen


Helle Nächte

Siehst du, wie tief schon die Sonne steht
und wie so rot ihr Licht?!
Ob sie in funkelnden Wassern zergeht,
uns beiden stirbt sie nicht.
Uns leuchtet die Nacht, die ... weiterlesen


Frühlingsbotschaft

Sinnst du noch den alten Schmerz? -
Sieh, schon aus der Erde Gründen
dringen Knospen himmelwärts,
blühend Leben zu verkünden;
aus dem dunklen Bann der Nacht,
... weiterlesen


Mainacht

So geh ich einsam wieder meine Bahnen
im gleichen Schritt im kalten Dämmerlicht,
und selten treibt ein stummes Liebesahnen
das Blut mir noch ins bleiche Angesicht.

... weiterlesen


Den letzten Trank

So laß uns trinken den letzten Trank,
den Trank, der nicht verschäumt,
in dessen Tiefen die Perle versank,
die unsere Jugend erträumt.
Leere das Glas bis auf den ... weiterlesen


Die ewige Braut

So lebt sie schon seit vielen Jahren,
ach, ohne Jammer, ohne Lust -
sie trägt Juwelen in den Haaren
und goldne Ketten auf der Brust.

Und doch vergißt sie nicht ... weiterlesen


Dem Kampf entgegen

So schlaf in Frieden, armes Lamm . . .
Laß einsam mich auf steinigen Wegen
im Straßenstaube fürbaß ziehn
des Tages großem Kampf entgegen.

Es geht ein Brausen ... weiterlesen


Letzte Liebe

So weiß ich, daß in blauer Ferne
dein Herz in Liebe für mich schlägt,
daß dich bis hoch ins Reich der Sterne
der Sehnsucht Engelsfittich trägt;
so seh ich noch im ... weiterlesen


Schlaf und Tod

Süß und wonnesam ist der Schlaf. -
In der strengen Schule des Lebens,
wo gleich unverständigen Kindern
wir die krausen, verworrenen Rätsel
mühsam ... weiterlesen


Schlaf und Tod

Süß und wonnesam ist der Schlaf. -
In der strengen Schule des Lebens,
wo gleich unverständigen Kindern
wir die krausen, verworrenen Rätsel
mühsam zusammenbuchstabieren
... weiterlesen


In ausgefahrnen Gleisen

Tausend helle Tropfen sprühen
glitzernd auf im Flutenschaum;
tausend taube Blüten fallen
nieder von der Menschheit Baum;
tausend blasse Sterne kreisen
ungesehn im ... weiterlesen


Kap Ferrat

Tiefklare Wasser klingen
an den harten hellen Stein.
Sehnsüchtige Winde singen,
der Nebel auf weißen Schwingen
zieht trägen Flugs landein.

Uralte Oliven ... weiterlesen


Gewitterstimmung

Ueber das Meer hin zuckt der Blitz. -
Wehklagend neigen die Häupter der Eichen
sich vor dem rasenden Sturm; -
aber im Schatten der Wetterwolke,
fahl überflutet von ... weiterlesen


Herbst

Ueber den brennenden Meeressand
sind wir beide geschritten,
als mir dein trotziger Mund gestand,
was du erlebt und erlitten.

Weithin lachender Sonnenschein,
... weiterlesen


Spaziergang

Ueber der tauigen Wiese liegt
ein feiner, dämmernder Nebelstreif;
um deine träumende Stirne schmiegt
sich ein schmaler sonniger Reif.

Und küßt die Sonne den ... weiterlesen


Wende

Um Mitternacht vom Dome klingt
ein Sterbeläuten dumpf und bang:
verrauschter Zeiten Grabgesang,
der weithin durch die Lande dringt

bis in des Königs ... weiterlesen


Johannisnacht

Umwogt von weißen Nebelschleiern
von blühenden Rispen überdacht -
komm mit ins Korn! Wir wollen feiern
die heilige Johannisnacht.

Da treibt aus taugetränktem ... weiterlesen


Die Gipfel glühen

Und aufwärts geht es Schritt vor Schritt,
bei Hunderttausend schreiten mit;
in qualendunkle Seelen bricht
der Höhe klares Sonnenlicht:
die Freude am Leben.

... weiterlesen


Kein Frühling

Und hoffst du noch von Tag zu Tag,
ob`s endlich Frühling werden mag?
Es hüllt den goldnen Sonnenschein
ein grauer Wolkenschleier ein;
durch kahle Bäume braust der ... weiterlesen


Vorbei

Und wenn du wieder zu mir trätest
und weinend um Verzeihung bätest,
es wird doch nimmer, wie es war:
das Glück ist tot, das wir genossen,
die Blüte, die sich uns ... weiterlesen


Vorbei

Und wenn du wieder zu mir trätest
und weinend um Verzeihung bätest,
es wird doch nimmer, wie es war:
das Glück ist tot, das wir genossen,
die Blüte, die sich uns ... weiterlesen


Die eine Saite

Und wieder spielt der Abend auf den Wogen
in seiner herbstlich sonnenroten Pracht.
Auf goldner Straße kommt dahergezogen
die stille Sehnsucht, die so selig macht.
In lila ... weiterlesen


Im Dämmerschein

Verronnen ist der schwüle Tag,
verrauscht ist Sturm und Wetterschlag,
und durch die regenfeuchte Luft
weht träumerischer Lindenduft; -
es spinnt die Welt ein Zauber ... weiterlesen


Viele Wasser fließen

Viele Wasser fließen
noch den Berg hinab,
eh ich meinen Nachen
segelfertig hab.

Viele rote Rosen
welken noch im Hag,
eh ich mir ein blühend
... weiterlesen


Frost

Vom Meer heran braust schwirrend
ein schneidender Nordnordost,
durch öde Straßen klirrend
schreitet der scharfe Frost.

Im Schnee verloren die Pfade
und ... weiterlesen


Gewitterwind

Von den Höhen braust der Gewitterwind,
und die Bäume wirbeln und schwanken;
wie die wehenden Blätter im Winde sind
im Haupte mir die Gedanken. -
Und es war eine Zeit, ... weiterlesen


Völkermai

Völkerfeier, du Maientag!
Ziehet hinaus in den grünenden Hag,
jauchzet hinein in die leuchtende Welt -
rote Blumen blühen im Feld.

Rote Schleifen auf eurem ... weiterlesen


Wach auf!

Wach auf, mein Meer, und brause!

Grell blitzt der letzte Abendschein -
ich geh im weichen Sande.
Es kommt die Nacht, die Nacht bricht ein,
und Dunkel deckt die ... weiterlesen


Flamme

Was sträubst du dich der süßen Glut,
die züngelnd schon dein Haupt versengt,
die liebeheißen Atems dich
mit Flammenarmen eng umdrängt?!

Die Glut bin ich - ... weiterlesen


Warnung

Was suchst du hier in meinem Reich
und wühlst in unerforschten Tiefen,
weckst meine Träume, stumm und bleich,
ertrunken, die im Moore schliefen?

Aus Süden kam ... weiterlesen


Die Ernte

Weiße flimmernde Sonnenflut
rings auf den wogenden Weiten ruht;
rüstige Mäher bei scharfem Schnitt - -
schwirrende Sensen singen mit:
Die Halme fallen.

... weiterlesen


Eisnacht

Wie in Seide ein Königskind
schläft die Erde in lauter Schnee,
blauer Mondscheinzauber spinnt
schimmernd über der See.

Aus den Wassern der Rauhreif steigt,
... weiterlesen


Eisnacht

Wie in Seide ein Königskind
schläft die Erde in lauter Schnee,
blauer Mondscheinzauber spinnt
schimmernd über der See.

Aus den Wassern der Rauhreif steigt,
... weiterlesen


Maien-Fest

Wieder taucht ein Maientag
aus des Winters Tiefen,
lockt ein heller Amselschlag
alle, die noch schliefen.
Wieder steht das goldene Licht
hoch im Heiligtume -
... weiterlesen


Fata Morgana

Wo Luft und Wasser sich verbanden
am fernsten blauen Himmelsrand,
ist wie durch Götterwink erstanden
ein neuer niegeschauter Strand.

Wo aus dem weichen Bett der ... weiterlesen


Frühling

Zu meinen Füßen im welken Laub
und mir zu Häupten singt der Wind
in den knospenden Buchenkronen.
blühen die Anemonen,

Ist das ein strahlender Sonnenschein -
... weiterlesen


Vision

Zur lichtumflossenen Weihnachtszeit
wie doppelt schwer ist Menschenleid!

Wie doppelt tief ist des Elends Nacht,
wenn Lichtschein aus Palästen lacht!

Und ... weiterlesen


Der Knabe von Budapest

»Arbeit gebt uns und gebt uns Brot!
wir leiden Kälte, wir leiden Not:
wir haben ein Recht aufs Leben -
das Recht nur sollt ihr uns geben!«

Ein Heer von ... weiterlesen


Das Weib des Streikredners

»O bleib - nein geh! Es darf nicht sein!«
- sie drängt ihn selbst in Kampf und Krieg, -
»Die Werkgenossen harren dein,
auf deinen Lippen liegt der Sieg!«
Er seufzt ... weiterlesen


Port Arthur

»Pour le mérite« der Menschheit ging`s:
sie fielen rechts und sie stürzten links.
Durch berstende Mauern, von Flammen umloht,
durch Bäche von Blut schritt der grinsende ... weiterlesen



Das beliebteste Wort in unserem Synonymwörterbuch ist derzeit darstellen.
Für mehr beliebte Synonyme: Top 200 | Alle beliebten Synonyme
Gedichte vom Autor Clara Müller-Jahnke

Suche in 361085 Wörtern und 109473 Wortgruppen - Impressum
© WIE SAGT MAN NOCH 2004-2019

Synonym Wörterbuch - online Synonyme in diversen Sprachen - kostenlose Synonymsuche englisch, spanisch, italienisch, französisch, portugiesisch, niederländisch, polnisch, russisch



Wörterbücher

Anzeigen


Dies & Das
Abkürzungen - wichtige u. oftgesuchte Abkürzungen
Universitäten - deutsche Fach - und Hochschulen
Vornamen - Herkunft und Bedeutung von Vornamen
Zitate - umfangreiche Zitatdatenbank, Sprüche, Reime,...